Brüder und Schwestern

Es gibt nicht viel Verwandte von Prominenten, die es selbst ins Rampenlicht geschafft haben. Von den meisten hört man eher weniger. Sie fristen ein tristes Dasein in der Unkenntlichkeit. Vielleicht hat das auch etwas für sich, dass das Leben nicht so ist wie auf RTL. Hier wird mit aller Macht auch noch die letzte Leiche der Familie der jeweiligen Randgruppenfigur ans Licht der Öffentlichkeit genagelt.

Wer will schon von den Brüdern und Schwester der trieb-gesteuerten und machthungrigen Diktatoren hören? Wer will wissen, ob der Bruder Napoleons evtl. ein netter, ähnlich ambitionierter Typ war, mit dem man ordentlich einen trinken konnte, ohne dass er einen sofort standrechtlich erschießen lassen wollte?

Andere Familien tauchen sofort in Scharen auf den Mattscheiben auf - man denke nur an die Sheens, die Baldwins und die Hagens dieser Welt.

Zwei Brüder die dies auch geschafft haben, sind Darth Vader und sein Halbbruder. Beide heiligen Mütter erfuhren die gleiche unbefleckte Empfängnis der mystischen höheren Macht.

Hier kann man - im Gegensatz zu den Sheens, dessen Generationen dem Alkohol nie abgeneigt waren - vollständig andere Biographien ausmachen. Während der eine, nach seinem beinahe Tod zu einem Laser-Schwert schwingender Tyrann mutierte, diente der andere nach seinem Tod als Vorlage der Seelenfressenden Zombieliteratur. Die Kleidung spielt eben die Musik. Weiße Laken haben gleich eine andere Ausstrahlung, als dunkle Gardinen die man sich über die Schulter hängt.

Die Frage bleibt jedoch: Wollen wir wirklich die gesamte Familie vor uns ausgebreitet sehen oder reicht vielleicht nicht nur jeweils eine Person einer Sippschaft? 

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Sackingbob Himself

Paranoia

Verdammte Scheiße, lachte das Mädchen am anderen Tisch gerade über ihr? Er muss sich geirrt haben. Das konnte nicht sein.

Aber die da am anderen Tisch, tuschelten sie gerade? Er war sich sicher, dass er ihre Blicke gerade noch an sich kleben fühlte. War es wieder einmal der Ausbruch seiner Paranoia oder hatten sprachen sie über ihn?

Dieses Mädchen sah ihn direkt an. Als er ihren Blick erwiderte, blickte sie in eine andere Richtung. Sie tat so, als hätte es ihre Blicke nie gegeben.

Er sah an sich hinunter. Die Kleidung klebte an ihm, wie Hundescheiße unter den Schuhen. Egal was er kaufte, nach drei Wochen sah es alt und vergammelt aus.

Sein Bauch spannte sich unter seinem Hemd. Er war definitiv zu fett. Sahen die anderen Leuten in ihm den alten SACk, der er nun mal war? War sein Haar wieder mal zu lang?

Die anderen sahen schick aus. Mit ihren oben aufgeknöpften weißen Hemden, entsprangen sie einem Werbeprospekt. Sie konnten sich viel besser ausdrücken - hatten bessere Manieren.

Er fühlte sich nur alt und ausgebrannt und fragte ob er bezahlen dürfe. 

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Sacking Bob as himself.

Zurück ins Chaos

Er läuft die Straße entlang und starrt auf das eintönig graue Kopfsteinpflaster. Laute Geräusche von rasselnden Bahnen, startenden Autos und das Hupen verärgerter PKW-Fahrer übertönt das Gedudel seines i-Pods. Nach einer kurzen Weile gelingt es ihm nicht mehr sich auf seine Musik zu konzentrieren und die Hintergrundgeräusche auszublenden. Wiederstrebend nimmt er seine Kopfhörer aus den Ohren.

Sofort schwillt der Geräuschpegel um ihn herum ums Dreifache an.

Jugendliche lachen. Taxifahrer beschweren sich über den stockenden Verkehr. Touristen versuchen sich in der Unbekannten Umgebung zu verständigen. Verzweifelte Eltern nörgeln an ihren Schützlingen rum und machen sich VERDAMMTE Sorgen um sie in diesem ganzen Wirr-Warr.

Ihm ist hier nicht Wohl. Ständig das Gefühl zu haben beobachtet zu werden. Er steuert auf eine schmale Seitengasse zu. Dort wird er sich besser fühlen, ohne das ständige Gegeneinanderschlagen von Einkaufstüten. Keine klingelnden Smartphones und grellerleuchtete Geschäfte.

Ohne das Gefühl von oben bis unten durchleuchtet zu werden wird es ihm dort besser gehen.

Sein Handy vibriert in seiner Hosentasche. Er liest eine SMS seiner Mutter und egal ob gerne oder nicht, wird er tun worum seine Mutter ihn bittet.

Er wird zurück in die Menschenmege. Zurück in das Farben-Wirr-Warr. zurück ins grellerleuchtete Geschäft…

Zurück ins Chaos der Parlamentsplatzes

Link: http://daydreamers-universe.tumblr.com/

Der Schmerz in meinem Innern

 Der Schmerz in meinem Innern

Mia        

Ich spüre den Schlag in meine Magengrube. Meine Ohren rauschen. Bitte hört auf! Diese Worte kommen leise aus meinem Mund. Tränen laufen über meine Wangen. Wieder ein Schlag, aber diesmal ins Gesicht. „ Fette Kuh!“ schreit mich der eine an. Tom, der Anführer dieser Gang, lächelt mich zornig an. „ Das hast du davon, dass du geboren bist! Hässliche Schlampe!“. Alleine und verloren lassen sie mich in den Kellerräumen der Schule liegen. Meine Glieder sind taub. Ich weiß nicht wie lange ich da lag. „Was machst du denn hier!? Zutritt verboten!“ fragt der Hausmeister mich. Stillschweigend renn ich raus. Ich sehe auf meine Uhr. 18 Uhr. Vier Stunden lang saß ich auf dem kalten Boden. Die Sonne scheint mir in mein bleiches Gesicht. Mein Herzschlag verdoppelt sich. Zwei Jahre ertrage ich das schon. Zwei lange Jahre voll Wut, Verzweiflung, Schmerz, Hass und Einsamkeit. Ich renn die Straßen entlang. Ich suche meinen Lieblingsort auf. Die Bibliothek! Ich gehe die Reihen lang. Der Geruch von Büchern beruhigt mich. Langsam komme ich wieder runter. Dies ist der Ort an dem ich alles vergesse. Tom und seine Gang, der Schmerz, meine Hoffnungen und meine Narbe im Gesicht. Die Narbe ist von Phil, meinem Stiefvater. Im Januar letzten Jahres kam er wieder sturzbetrunken nach Hause. Phil war wütend, da er seinen Job verloren hatte. Er zerschlug die Lampen, Spiegel und Fliesen. Ich stand ihm im Weg. Er schubste mich in die Scherben. Seitdem zieht sich eine lange Narbe durch mein Gesicht. Dieser Tag brannte sich in mein Hirn und das schlimmste war meine Mutter glaubte mir nicht. Sie war vor Liebe blind. Ich setzte mich mit einem Buch hin. Da entdeckte ich Jan! Der beliebteste Schüler überhaupt. Ich nahm mir ein Zettel und schrieb ein Gedicht über ihn:

Ich sehe in Augen,                                                                                                                              schönes Braun,                                                                                                                              Sie funkeln!                                                                                                                            So weiches braunes Haar,                                                                                                                                ich möchte es verwuscheln.                                                                                                                    So perfekte Lippen, die man küssen möchte.                                                                                                                            So einen schönen Körper,den man berühren möchte.

Ich war ihm verfallen. Ich schaute ihm zu wie er sich die Haare  zurückstrich. Wie sein Brustkorb sich hebt und senkt. Er lächelt mir zu. Nach einer Weile ging er. Ich wollte nicht nach Hause, aber ich musste. Mit meiner Mutter rede ich nicht viel. Sie ist eh nie da. Auf dem Weg nach Hause hole ich noch schnell was für meinen Bruder zu essen. Später bringe ich ihn ins Bett. Ein eigenes Zimmer besitze ich nicht. Ich schlafe auf dem Sofa. Ich schließe meine Augen und spüre den Schmerz. Morgen werde ich bestimmt blaue Flecken haben.

Frau Peterson, unsere Schauspiellehrerin, teilt uns in Zweiergruppen ein. Hoffentlich bekomme ich Jan. Und es wurde Jan. Wir beide müssen die Kussszene von Romeo und Julia spielen. Mein Herz machte einen Hüpfer, doch dann denke ich an meine Narbe im Gesicht. Welcher Junge liebt schon eine Entstellte!? Wir verabredeten uns für den Nachmittag in der Bibliothek zum Proben. In der Pause versteckte ich mich in der Toilette und hoffte dass mir niemand folgte. Doch zu früh gefreut! Zicke Vanessa, Kira und Wiebke folgten mir. „ Na, du Opfer!“ „ Könnt ihr mich nicht mal in Ruhe lassen!“ flüstere ich. Mich hatte keiner gehört, denn die Klospülung ging los. Kira gab mir einen Kinnhaken. Wiebke trat auf mich ein. Der Gong ertönte. Sie zogen ab. Ich schaute in den Spiegel. Blutergösse auf meiner Haut. Warum machen die Lehrer nie was!? Untätig schauen sie immer zu. Warum bin ich nur vom Gymnasium abgegangen?! Womit hab ich das verdient!?  Am Nachmittag fuhr ich mit meinem alten klapprigen Fahrrad zur Bibliothek.  Jan war auch schon da. Er saß tiefversunken in Romeo und Julia da. „Hi“ sagte ich. „Hi, können wir anfangen!?“fragte er. „Ja“. Er schaute mir tief in die Augen und plötzlich küsste er mich. Erst war ich geschockt, doch dann fand ich es einfach nur schön. Seine Augen strahlten. So schönes schokoladenbraun. Jetzt wusste ich, dass er das gleiche empfand wie ich. Händchen halten saßen wir da. Gegen 16 Uhr gingen wir im Park spazieren.  Ein paar Stunden und Küsschen später gingen wir getrennte Wege. Unsere Beziehung war fürs erste geheim. Abends schrieb ich noch ein Gedicht über den Tag im Park:

Zartes Grün und goldener Sonnenschein.                                                              Eisblaues Wasser und starker Wind.                                                                            Die Wellen schaukeln.                                                                                                                      Sanftes Braun schaut mich an.                                                                                                                                    Es zieht mich in den Bann.                                                                                                                                Ein Lächeln umspielt meine Lippen.                                                                                                                       Mein Haar verwuschelt durch den Wind.                                                                       Er streicht es zurück.                                                                                                                             Ein Kuss auf den Mund macht mich glücklich.

Mit tollen Erinnerungen von diesem Tag schlief ich ein.

Am Morgen in der Schule wurde ich von einem Schubser begrüßt. Meine Knie waren von dem Aufprall aufgeschlagen. Blut lief herab. Wie lange halte ich das noch aus!? Sollte ich mich Jan anvertrauen!? Heute war einer der schrecklichsten Tage, die ich erlebt hab. Tom schnitt mir meine langen schönen blonden Haare ab.  Sie waren das einzige Schöne an mir. Jetzt sitze ich in der Küche und halte ein Messer in meiner zittrigen Hand. Soll ich oder soll ich nicht!?  Ich stach zu, ins Handgelenk, genau in die Pulsader. Mein Herz schlägt schneller. Meine Schreie werden lauter. Wann hört dieser verdammte Schmerz auf!? Blut fließt an meinen Armen herab.  Mein Körper zuckt und ruckt. Langsam wird er taub. Der Schmerz wird schlimmer. Ich werde immer schwächer. Kaum mehr Kraft. Mein Tod kommt näher. Ich spüre die eiskalte Berührung des Sensenmannes. Der Tod holt mich. Lange hat er gewartet, dass ich aufgebe. War das schon immer geplant? Mein Herz schlägt kaum noch. Wild zuckend liege ich auf dem Boden. Wenige Sekunde noch. Zu großer Blutverlust. Herzstillstand. TOT.

Meine Mutter fand meine Leiche. Sie machte sich schwere Vorwürfe. Mein kleiner Bruder weinte bis keine Tränen mehr kamen. Und was war mit Jan!? Wie geht sein Leben ohne mich weiter!? Was ist mit Tom und seiner Gang!? Werden sie sich schuldig fühlen? Werden sie froh über meinen Tod sein!?

Der Schmerz in meinem Innern brachte mich um!

Mit in die Tiefe gezogen

Jan- nach Mias Tod

Es war schwarz vor meinen Augen. Alles verschwommen. Mir wurde bewusst, dass sie tot ist. Alles nur meine Schuld. Hätte ich doch nur etwas unternommen! Ihr geholfen! Warum stand ich nicht zu ihr!? Warum hat sie mir nichts gesagt!? Warme Tränen laufen über meine Wangen. Ich hatte sie geliebt, oder besser gesagt Ich liebe sie noch immer. Hätte ich ihren Tod verhindern können!? Gestern lebte sie noch. Gestern lag sie noch in meinen Armen. Und immer wieder stellt sich mir die Frage Warum? Warum sie ?Ich hörte ihr Lachen in meinen Ohren. Ich spürte ihre Küsse. Mein Herz wollte ihren Tod nicht wahr haben. Ich auch nicht.  Ich rief mir ihre blonden kurzen Haare ins Gedächtnis. Dieses Mädchen hat mir komplett den Kopf verdreht. Ihre Augen haben mich magisch in den Bann gezogen. Mich störte nicht mal die Narbe in ihrem Gesicht. Ich sehe das Blut vor meinen Augen und ihrer starren Körper. Nein, das darf nicht wahr sein. Ich starre meine Wand an. Ich will niemanden sehen und will mit niemanden reden. Es ist als fehlt meinem Herzen ein Stück und dies ist bei Mia. Sie wird bestimmt sagen los steh auf Jan und sei stark. Stark für mich. Ich schalte meine Playstation ein. Ich brauche Ablenkung, doch es half nicht. Die Leere zieht in mein Körper. Gestern war ich noch glücklich. Heute nicht mehr. Ich hatte noch so viel mit ihr vor. Meine Mutter klopfte an. „ Jan,du kannst dich nicht ewig verkriechen und ausserdem ist Fabi da!“ „Ich will niemanden sehen, auch Fabi nicht.“ Sage ich . „Komm schon Jan lass mich rein“ bettelt Fabi. Langsam öffne ich die Tür. Fabi pflanzt sich sofort aufs Sofa. „Was ist los!?“ fragt er. „Ah nichts“ antworte ich.  „Lüg mich nicht an!“ erwidert er. Ich bleibe still. „Mann , ich seh doch wie fertig du bist. Liegt es an Mia!?“ löchert er weiter. „Du liebst sie!?“ erfragt er weiter. „ Ich habe keine Lust darüber  zu reden, fabi!“ Zum Glück hielt er diesmal seinen Mund. Ich lasse meinen Kopf in meine Hände sinken. Ich muss bestimmt schlimm aussehen. Ich spüre wie Fabi seine Hand auf meine Schultern legt. Es beruhigt mich.  Ihr Tod hat mich fertig gemacht. „ Fabi , ich liebe Mia, ihre Art, Ihre Augen die einen alles zeigen  und ihr Tod macht mich fertig.“ Flüstere ich und breche damit das Schweigen. „Jan, du musst weiter leben. Sie hat sich selbst entschieden zu gehen. Kommst du morgen wieder zur Schule?!“ erklärt er mir. „ Ich muss, sonst wird ich noch verrückt. Ich komme ohne sie nicht klar!“ erzähle ich ihm. „ Bitte Jan, ich will dich nicht verlieren. Du bist mein bester Freund! Wird wach sie ist tot!“ fleht er mich an. „Du hast gut reden. Deine Leni lebt ja. Du musst dir keine Vorwürfe machen, ob du ihren Tod verhindern hättest können!“ murmele ich.  Kopfschüttelnd geht er raus. Nein, ich will nicht auch noch ihn verlieren! „ Fabi“ jammere ich, „Ich brauch dich!“. „ Du weißt, dass ich immer da sein werde, du musst dir keine Schuld geben und ich muss los. Leni wartet“ beichtet er. Ich lass ihn gehen. Wie soll mein Leben jetzt  weiter gehen!?  Sie ist/war mein Engel! „Ich wache über dich!“ haucht eine Stimme zu mir. „ Mia?“ frage ich geschockt. „Ja, in deinem Herzen wird ich immer bleiben und beschützen wird ich dich!“ wisperte sie.  Ich wusste nicht, was ich sagen soll. Ihre Stimme in meinem Kopf. Freude stieg in mir hoch.  Hab ich sie doch nicht verloren!? Lebt sie noch!? „ Nein, ich bin tot, Jan und das weißt du ganz genau, aber unsere Liebe verbindet unsere Seelen. So werde ich immer ein Teil von dir sein.“ Erläuterte sie. Es fühlte sich an als würde sich ein Abgrund auftun und mich hinein ziehen. Morgens wache ich auf. Total fertig! Ich bin wie ein Wrack!  Ich gehe ausdruckslos an meinen Eltern  vorbei und esse was. Wie eine leere Hülle schleife ich mich zur Schule. Fabi freut sich sichtlich mich zu sehen. Er begrüßt mich und schleift mich zu Leni rüber. Mich stört es nicht, denn es ist mir egal. Ohne Mia hat mein Leben kein Sinn! Ich lächle nicht. Warum sollte ich auch !? „Jan, lass los, du musst mich loslassen, glaub mir.“ Höre ich ihre Stimme. Ich kann Nicht. Meine Knie knicken ein. Ich schlag auf den Boden auf. Ich höre Leuten meinen Namen schreien. Doch ich sehe alles nur schwarz. Ich rieche das Blut, das aus meinem Kopf sickert. Ich bin die Treppe rückwärts runtergeflogen. Ich spüre meine Beine nicht. Panik stieg in mir hoch.  Bin ich tot oder nicht!? Ich spüre Hände auf meinem Brustkorb, die heftig zu drücken und fremden Atem in meiner Lunge. Nein, lasst mich sterben! Ich will nicht mehr und könne tue ich auch nicht mehr. Im Himmel kann ich wieder bei Mia sein! Meinem Traumgirl! Mein Herz in der Brust kämpft, doch mein Verstand hat schon aufgegeben. Fabi’s Stimme zerreißt mich. Ich weiß, dass ich nicht mehr leben kann.  Endlich kapiert es auch mein Herz. Es bleibt stehen. Ich höre in meinem Kopf nur er ist tot.  Bin ich befreit von den Qualen!? Ich merke wie sich Arme um mich schlingen und es sind Mia’s. Sie lächelt mich an. Ich bin angekommen.

Tote werden nicht mehr lebendig!

Mütter/Eltern der beiden

Arm in Arm stehen wir am Grab unserer Kinder. Ihr Kind, mein Kind! Jan und Mia. Beide gingen von uns. Sie waren zum Schluss nur noch leere Hüllen in denen der Schmerz tief saß. Bei ihm Liebesschmerz, bei ihr seelischer Schmerz. Sie waren zwei Herzen und Seelen, die zueinander finden leider zu spät. Tränen laufen an mir herrunter. Sie 15, Er 16. Zwei junge Menschen. So verschieden , aber jetzt tot!  Warum habe ich meiner Tochter keine Liebe geschenkt und ihr  nicht zugehört!? Warum gab das Herz meines Sohnes auf!? Er wollte nicht mehr kämpfen. Er wollte bei ihr sein im Himmel! Warum hat sie nie etwas erzählt!? Warum habe ich nie etwas mitbekommen, wie schlecht es ihr ging!?  „ Mia, falls du mich hörst. Ich gebe Acht auf deinen Bruder. Ich werde mich von deinem Stiefvater trennen.“ Hauche ich in den Himmel. Neben mir schluchzt die Mutter von Jan und ihr Mann. Ich wende mich vom Grab ab. Hier zu stehen bringt mir meine Tochter auch nicht wieder. Ich verschwinde.

Unser Sohn, unser einzigstes Kind lebt nicht mehr als wir vom Friedhof gehen , kommen uns Fabi und Leni entgegen. Tränen haben freien Lauf. Doch ich muss vergessen, denn er ist TOT und wird nie wieder vor uns stehen. Wir versuchen zu vergessen, doch unsere Kinder leben weiter in unseren Herzen.

Doch unser Leben ging weiter.

Für den einen das Ende, für den anderen ein Neuanfang

Fabi

Ich gehe die Grabsteine lang. Mit meinen eigenen Augen hab ich den Tod meines besten Freundes gesehen und wie sein Herz kämpfte und aufgab. Meine Freundin Leni kam mit mir. Sie gibt mir Halt. Sie kannte Jan und Mia nur flüchtig. Ich wische eine Träne aus ihrem Gesicht. Mia und Jan  wurden nebeneinander begraben. Als wir den Friedhof betraten, habe ich deren Eltern gesehen. Aufgelöst, aber stark. Ich nahm mir sie als Vorbild. Jan war wie ein Bruder. Dessen Tod schmerzhaft ist, aber das Leben geht weiter. Ich schließe meine Augen und versuche Jan zu vergessen.  In meinem Kopf rauschen all die schönen, traurigen , einfach alle Momente mit Jan an meinem inneren Augen vorbei. Wir kannten uns von klein auf. Wir hatten eine tiefe Freundschaft, auch wenn man denkt sowas ist nur bei Mädchen, bloß wir zeigen dass nicht so. Es war sein Ende, doch für mich ist es ein Anfang. Ein Neuanfang. Ein Leben ohne ihn. Als ich vor seinem Grab stand sackten meine Knie zusammen. Leni half mir wieder auf. Wir legten den Strauß Blumen aufs Grab.  Einen für Mia und einen für Jan. ich wandte diesen Platz  den Rücken zu. Mein Leben geht weiter mit Leni. Sie nahm meine Hand als wir durch die Friedhofspforte schreiten. Einen letzten Blick werfe ich zurück. Ruhe in Frieden, Jan! Und vergess mich nicht sandte  ich ihm in Gedanken in den Himmel.  Ich ließ meine Vergangenheit hier bei Jan und beginne jetzt ein Neues mit Leni.

Ich denke noch oft an ihn. Unseren Sohn haben wir nach ihm benannt. Ich fühle, dass er über uns wacht.  Und unsere Tochter heißt Mia. In unseren Herzen lebten , die beiden weiter.

Leni und Ich!

Die Schlägerclique

Wir sind Mitschuld an den Tod von Mia. Ihr Tod hat uns die Augen geöffnet.

Ich, Tom, war ein richtiges Arschloch. Ich hab ihre Haare abgeschnitten und sie sehr verletzt , aber das schlimmste ist das ich sie in den Tod getrieben hab. Ich kann nachts nicht mehr schlafen und sitze im Jugendknast. Starre die graue Wand an. Ich bereue alles. Am schlimmsten waren die Blicke ihrer Eltern vorm Gericht. Ich hab meine Strafe für mein Handeln bekommen und mir mit dem Mobbing und der körperlichen Gewalt an Mia , die Zukunft verbaut. Und das ist alles meine Schuld. und ich hab noch andere mitreingezogen.

Ich, Kira, bereue meine Tat und immer wenn ich  mit Vanessa zu den Sozialstunden gehe , wird sie mir vor Augen geführt. Ich war Schuld an einem Tod. Es frisst mich auf. Warum ich das gemacht!? Der Gruppenzwang und Tom. Ich will mich nicht rausreden, aber ich war so verliebt in Tom und ich wollte ihm zeigen wie cool ich bin und deswegen hab mit bei der Mobberei gegen Mia mitgemacht. Liebe macht blind und doof und verleitet einen zu Sachen, die man sonst nicht tuen würde. Manchmal gehe ich zur ihr Grab und lasse Blumen und Briefe da. Das ist das mindeste was ich tunen kann. In den Briefen stehen Entschuldigungen, Tagesabläufe und Geschichte. Ich fand sie eigentlich ganz nett , doch ich hab aus Liebe ein Fehler gemacht und Tom hat mich nur ausgenutzt , dass weiß ich jetzt . Leider zur spät.

Ich, Wiebke, schau auf meine Narben an den Armen, die ich mir nach Mias Tod zugefügt habe. Ich konnte mit dem Schmerz nicht umgegehen. Ich sitze in der Pyschatrie. Am schlimmsten sind hier die Gruppentherapie, denn ich hab die schlimmste, erbärmlichste und schrecklichste Geschichte, denn ich war Mitschuld an einen Tod. Ich hasse mich dafür. Die Anfangzeit der Therapie steckte in einer Gummizelle , weil ich total ausgeflippt bin. Ich wollte nur noch das Messer an meiner Haut  spüren und den Schmerz. Vorzeitig werde ich nicht entlassen. Ich war so blöd und jetzt knall ich durch. Eine irre.

Ich, Vanessa, leiste meine Sozialstunden, obwohl ich das total unfair finde, was hab ich , denn schon schlimmes getan. JAJA , sie ist tot und kann ich das jetzt ändern. Nein! Tote bleiben tot. Manchmal besuche ich Wiebke in der Anstalt. Sie sieht schrecklich aus. Eingefallene Wangen, hervorstehende Knochen und unzählige Narben. Warum hat sie sich sowas angetan!? Sie hat doch auch keine Schuld, schließlich hat Mia sich selbst umgebracht und nicht wir sie. Die Neue Nadja scheint ein perfektes neues Opfer zu sein. hihi . Ich muss los.

Ich bin Philip und ein Mitläufer bei dem Mobbing, doch zugeschlagen hab ich nie und auch nicht die anderen nicht aufgehalten. Ich hab sogar weggeschaut. Hätte ich was getan würde sie vielleicht noch leben. Aber ich hatte Angst vor Tom. Seitdem er im Gefängnis ist, ist hier an der Schule Ruhe. Keiner der die anderen anstiftet oder verängstigt. Doch mich plagen die Schuldgefühle.

wenn #1

ich hab mir den kleinen Text durchgelesen und fand ihn gut.

Die idee parallelismen zu verwenden gefällt mir und auch der Inhalt und der Grund wann ein Tag unsere Aufmerksamkeit haben möchte fand ich gut.

Das einzigen was mir aufgefallen ist, wobei ich nicht weiß ob das beabsichtigt ist, ist dass der Text dadurch, dass du mit diesen Wiederholungen arbeitest und nichts wirklich durchgehendes hast etwas abgehackt. So fühlt er sich zumindest beim Lesen an 

Ansonsten nur was kleines ich glaube du hast dich da doppelt gemoppelt an folgender stelle: “ in der U-Bahn kurz vor acht, in einer U-Bahn, “

wie gesagt ansonsten hat es mir gut gefallen ^^

Legenden

Ab und zu frage ich mich, wie viele Anläufe die berühmten Menschen brauchten, um eine Legende zu bilden. 

Man erzählt sich, dass Martin Luther, der einzige Heilige der evangelischen Kirche und Ketzer von Beruf, einem Mann mal zur Verzweifelung brachte, indem er ihm Geld bot, wenn er das Vater-Unser ohne abschweifende Gedanken sprechen könne. Der Mann setzte ein paar mal an, brach dann ab und sagte, dass er es nicht schaffen würde. Er musste immer wieder an das Geld denken.

Die Moral der Geschichte fand Martin Luther in einem oft zitierten Satz “Man kann nichts dagegen tun, dass die Vögel über dem eigenen Kopf kreisen, man kann allerdings was dagegen tun, dass sie Nester auf dem Kopf bauen.” 

Weitaus häufiger zitiert wird allerdings der Satz “Warum rülbset und furzet Ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket?”.

Was bei der Legende nicht erzählt wird, sind die Versuche, in denen die Leute das Geld nahmen. Sechs von zehn Probanden, waren zu Dumm um an zwei Sachen gleichzeitig zu denken. Sie hatten keinerlei Problem das Vaterunser ohne störende Hintergedanken zu sprechen und nahmen anschließend das Geld, ohne schlechtes Gewissen.

Drei Leute taten einfach so, als hätten sie keine Hintergedanken.

Erst der zehnte brach ab.

Vielleicht wäre diese Geschichte weitaus lehrreicher als die Legende, die sich bildete. Vielleicht auch nicht. Wer will das schon beurteilen?

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SackingBob74 as himself. 

Realitätsverlust

Zu unzähligen Zeiten betraten sie den Flur. So viele Unterschiede lagen zwischen ihnen und so viele Dinge waren die Gleichen. Alles Männer, immer Freitag Nachmittag und immer in diesem Flur.

Sie hatten Familien. Die Wohnung war mit über hundert Quadratmetern einfach zu groß für nur eine Person.

Die Taschen die sie mit hatten, wenn sie denn welche hatten, legten, schmissen oder hängten sie auf Tische, Bügel oder Kommoden.

Einer der neuen hatte seine Kinder gerade von der Tagesmutter geholt. Er würde noch ein paar Stunden auf seine Frau warten müssen. Heute war er mal eher da als sie. Er freute sich schon auf ein ruhiges Wochenende.

Der andere, es ist schon ein paar Jahre her, schrie seinen Frust schon an der Tür heraus. Man hörte noch etwas von “Essen” und ein paar gebrüllte Befehle, bevor die Tür hinter ihm zufiel.

Man konnte Männer sehen, die jung waren und Jungen die alt geworden waren. Jeder von Ihnen mit ihren eigenen Sorgen und Nöten. Einige freuten sich - andere fürchteten sich. Niemand war gleich und doch waren sie alle ähnlich.

Jeden Freitag gleich.

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SACking Bob as himself

PS: Was ist für das Schreiben das Analog für die unzähligen Übungen eines Kreises für Künstler?

Fingerübung

Er hing an seiner Zigarre, als wäre sie ein fixierter Punkt in der Luft und er nur eine Fliege am Fliegenfänger. Seine Wangen füllten und leerten sich im Takt einer arabischen Melodie. Der Rauch in seinem Gesicht, ließen kaum das Funkeln seiner Augen erkennen.

Kaum merklich schüttelte er den Kopf. “Wir haben hier ein abscheuliches Verbrechen.”

Das Mädchen an der Ecke sah ihn an und lachte. Dabei entblößte sie ihre Zähne, die in der Sonne glänzten, wie saubere Sportsocken an einer Wäscheleine.

Das Geräusch ihres Lachens klang nach Fingernägel auf Schiefer.

Er saugte die letzte Asche durch den Filter, bevor er den glimmenden Rest in den Gulli schnippte. Es sollte locker aussehen, dabei versagte er jedoch auf ganzer Linie.

Insgesamt hatte er das Gefühl, dass ihm die Fäden aus der Hand glitten. Der Tag drehte sich von ihm weg - raus auf eine andere Straße, die andere Menschen befuhren.

Das Mädchen drehte sich um und war um die Häuserecke verschwunden.

Hinter ihr her zu rennen stand außer Frage. Sie war nicht die erste die ihm entwischte und würde nicht die letzte bleiben. Die Frauen waren zu schnell für ihn.

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von: SackingBob Himself

PS: Ich gelobe endlich mal wieder etwas von mir hören zu lassen.

Gruß, SAC

written-w fragte:

ich währe gerne Testleserin aber bräuchte auch welche hättest du lust auch die Welten in meinem Kopf kennen zu lernen und dich ein zu lesen? =D

Ich würde versuchen die Texte zu lesen - hoffe allerdings, dass es sich nicht um Werke mit 2.000 Seiten handelt ;)

Ich verspreche, dass ich ein schonungsloser Kritiker seien werde.

Gruß,

SAC

Türen

Ich hasse Türen. 
Lässt man sie offen kommt jeder und alles rein. 
Schließt man sie hat man Ruhe und schließt sich aus. 
Ich weiß nie welche ich öffnen soll und schließe immer die falschen. 
Ich verliere Schlüssel und verwechsle die richtigen mit den schlechten. 
Ich renne geschlossene Türen ein uns spähe durchs Schlüsselloch obwohl sie offen steht. 
Türen sind dafür da um sie geschlossen zu halten, sonst gäbe es sie nicht aber wenn man sie nie öffnet, könnten dort auch Wände stehen. 
Also öffnen?

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